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Todesruf

Todesruf

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Als Tom sein neues Smartphone einschaltete, durchbrach eine ungewohnte Stille seine Wohnung. Ein unheimliches Lachen hallte durch die Lautsprecher, gefolgt von einem knusprigen Flüstern: „Sieben Tage bleiben.“ Tom schlug das als einen grausamen Scherz ab, vielleicht ein Produkt misslungener Werbung oder eines Computerfehlers.

Über die nächsten Tage vergaß er allmählich die beängstigende Botschaft, genoss den Luxus seines neuen Gerätes und tauchte tiefer in die virtuelle Welt ein. Doch am siebten Tag erhielt er einen Anruf. Die Nummer war unbekannt, und er zögerte einen Moment, bevor er den Hörer abnahm.

„Wer ist da?“ fragte er. Keine Antwort, nur das Atemgeräusch und das Rauschen irgendwo im Hintergrund. Dann, flüsterte eine tiefe Stimme, „Deine Zeit ist um, Tom.“ Erschrocken legte er auf, doch die Worte hängten wie ein Damoklesschwert über seinem Kopf.

Was auch immer es war, es schien keine reale Bedrohung zu sein. Vielleicht war es nur ein Irrer am anderen Ende der Leitung. Aber sein Puls beschleunigte sich, und ein kalter Schrecken breitete sich in seinen Eingeweiden aus. Er konnte die beängstigende Stimme nicht aus seinem Kopf verbannen.

Es wurde schlimmer. Alle Anrufe, jede Nachricht, jede Benachrichtigung schien jetzt von derselben dunklen Stimme zu kommen. Kein Entkommen, kein Entrinnen. Seine digitale Welt, die einst so sicher und vertraut war, wurde jetzt von einem paranormalen Ärgernis heimgesucht.

Die Angst säte Alpträume in seine Ruhezeiten. Ein todesähnlicher Schatten verfolgte ihn in seinen Träumen, flüsterte ständig Unglück und Tod in sein Ohr. Die nervenaufreibenden Albträume ließen ihn allmählich den Verstand verlieren.

Eines Nachts, als er mit schweißnasser Stirn aus einem weiteren Albtraum auftauchte, vibrierte sein Smartphone auf dem Nachttisch. Wieder die gleiche unbekannte Nummer. Er hatte keine andere Wahl – er nahm seinen Mut zusammen und nahm ab.

„Was willst du von mir?“ schrie er ins Telefon. Nach einer kurzen Pause sagte die Stimme, „Ich will nichts von dir, Tom. Nur, dass du weißt: Deine Zeit ist gekommen.“

Verzweifelt riss er das Telefon von seinem Ohr weg und schleuderte es quer durch das Zimmer. Es zersprang an der gegenüberliegenden Wand in hunderte von Teilen. Ein erleichterter Seufzer entkam seinen Lippen. Alles war still bis, inmitten der Ruine seines Handys, eine verdrehte Melodie begann zu spielen – der Klang eines ankommenden Anrufs.

Das Lied der Techno-Todessirene erfüllte die nächtliche Stille und füllte das Zimmer mit einer unheimlichen Dunkelheit. Schreckliche Bilder von Tod und Untergang erstarrten sein Herz, während sich die tiefe Stimme wieder meldete: „Die Zeit ist um, Tom. Wir sehen uns am anderen Ende.“

Die Dunkelheit breitete sich aus und umhüllte langsam die Umgebung. Dann war Stille. Keine Geräusche, keine atemlosen Flüstern, nur der kalte Atem des Todes.
Inmitten dieser unheimlichen Stille fiel das letzte Stück seines Smartphones auf den Boden und hinterließ einen endgültigen, schrillen Echo des Todes.

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