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Das Lächeln des Todes

Das Lächeln des Todes

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Emilys Handy klingelte. Es war eine Nachricht von einer unbekannten Nummer. „Spielst Du gerne Rätsel?“ stand dort.

Emily, eine gelangweilte College-Studentin, entschied sich das Spiel mitzuspielen. „Ja, ich liebe Rätsel.“ antwortete sie unbedacht.

Unverzüglich kamen weitere Nachrichten. Ein Bild mit einem unheimlichen Lächeln wurde ihr zugeschickt. Fragmentierte Sätze, die wie Hinweise auf ein dunkles Geheimnis wirkten, und ein Countdown, der in genau 24 Stunden enden würde.

Emily war zunächst fasziniert, nahm es als Spiel. Sie teilte die Rätsel mit ihren Freunden, und sie verbrachten die nächste Stunde damit, sie zu lösen. Aber als der Countdown weiterhin heruntertickte und das gespenstische Lächeln immer noch auf ihrem Bildschirm prangte, wurde ihr Unbehagen immer größer.

Als sie abends allein in ihrem kleinen Apartment war, hörte sie draußen ein Kratzen. Sie ignorierte es zunächst, doch es wurde immer lauter und näher. Sie schaute vorsichtig aus dem Fenster. Niemand war da. Doch ihre Angst wuchs. Sie sah erneut auf ihr Handy. Das gruselige Lächeln starrte sie kalt an.

Sie überlegte, die Polizei zu rufen, aber aus einem unerklärlichen Grund tat sie es nicht. Sie flüsterte sich ein, dass es nur ein Scherz sei, ein dummer Streich. Immer wieder versuchte sie, sich selbst zu beruhigen, doch ihr Atem ging schneller und ihr Herzschlag hämmerte gegen ihre Rippen.

Mit fahlgelbem Licht flackernd, ging sie durch ihr Apartment und fand nichts. Sie entschloss sich, da sie allein und erschöpft war, ins Bett zu gehen. Emily legte sich hin, aber kein Schlaf kam. Ihre Gedanken kreisten nur um das schaurige Lächeln auf ihrem Handy. Sie konnte nicht anders, sie musste wieder hinschauen. Es war immer noch da und der Countdown tickte herunter.

Mitten in der Nacht erwachte Emily plötzlich. Ein Kaltgefühl überkam sie, als ob sie von tausenden Eiszapfen durchbohrt würde. Sie versuchte, das Licht anzumachen, doch es funktionierte nicht. Panisch tastete sie nach ihrem Handy. Es war 3:33 Uhr. Nur noch eine Minute auf dem Countdown.

Die Sekunden vergingen wie Stunden. Als der Countdown auf Null fiel, wurde ihr Handy plötzlich dunkel. Anschließend erschien nichts weiter als das gespenstische Lächeln auf dem Bildschirm. Dieses Mal war es anders, noch grausamer und widerlicher. Fast so, als ob es nicht mehr nur auf dem Bildschirm existierte.

Ein kalter Wind wehte durch das dunkle Zimmer, und die Haustür knarzte gefährlich. Emilys Herz schlug so schnell, dass sie glaubte, es würde ihre Brust verlassen. Sie hörte eine leise, wispernde Stimme, die von nirgendwo her zu kommen schien.

Als sie aufsah, sah sie es im dunklen Raum vor ihr stehen. Die Konturen waren kaum erkennbar, aber da war es, das gruselige Lächeln, das sie den ganzen Tag auf ihrem Handy gesehen hatte. Es war real. Sie konnte es fühlen, wie es sie anstarrte, wie es sie auslachte.

Ein Schrei blieb in ihrer Kehle stecken. Sie wollte weglaufen, konnte es aber nicht. Eine Lähmung hatte ihren Körper befallen. Alles drehte sich in einem Whirlpool aus Dunkelheit und Angst.

Und dann verschwand das Lächeln. Emily blieb allein im Dunkeln zurück. Ihr Handy war immer noch tot. Sie konnte sich nicht bewegen und war eingefroren in Furcht.

Als der Morgen hereinbrach, fand sie wieder die Kraft sich zu bewegen. Sie rief die Polizei, die nach dem Durchsuchen des Apartments keine Beweise für einen Eindringling fanden. Emilys Handy sprang wieder an. Aber das Lächeln… war immer noch da. Wo auch immer Emily hin ging, ihr Handybildschirm war immer erleuchtet von dem gruseligen, bösen Lächeln, und das war das Einzige, was jetzt auf ihrem Handy angezeigt wurde.

Sie warf es weg, aber es machte keinen Unterschied. Sie konnte das Lächeln sehen, überall um sie herum. Im Dunkeln, im Spiegel, auf dem Bildschirm ihres Computer… Es lachte sie an, bereit, um Mitternacht wieder zu erscheinen.

Es war kein Spiel mehr. Es war ihre Realität.

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